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Zeitschrift FOCUS Schule- Das Magazin für engagierte Eltern, Nr.4 August 2011.

Ab in die Wildnis

Fische fangen, im Regen tanzen, schlafen unterm Sternenzelt - selbstständige Entdeckungen in der Natur machen Kinder glücklich und bleiben ihnen ein Leben lang in Erinnerung

Glückliche Kinder sehen genau so aus: die Haare verstrubbelt vom Durch- die- Büsche- Kriechen, die nackten Füße schlammverdreckt, Kratzer an den Schienbeinen – und einen fangfrischen, glibberig schimmernden Barsch in der Hand. ...
Das Leben mit der Natur, es scheint im Wortsinn so naheliegend - und ist doch längst keine Selbstverständlichkeit mehr. „Unsere Gesellschaft bringt den jungen Menschen bei, unmittelbare Naturerfahrungen zu vermeiden“, konstatiert der amerikanische Autor Richard Louv, dessen Naturplädoyer „The Last Child in the Woods“ am 22. August auf Deutsch erscheint („Das letzte Kind im Wald“, Beltz-Verlag). In Amerika war Louvs Buch 2006 ein Bestseller und löste eine Outdoor- Bewegung aus, die sich für eine verstärkte Begegnung der Kinder mit Natur einsetzt und heute mehr als 140 Organisationen umfasst.
In Deutschland begeht man heuer das Internationale Jahr des Waldes, und zahlreiche Schutzgemeinschaften sorgen sich um dessen Erhalt. Frei laufende Kinder aber trifft man auch im deutschen Wald, dem von Heinrich Heine und Heimatschnulzen so inbrünstig besungenen Sehnsuchtsort, inzwischen nicht viel häufiger an als die in ihrem Bestand gefährdeten Käuzchen. „Manche Kinder können nicht mehr über unebenen Boden eines Waldes gehen“, beobachtet die Wildpädagogin Myriam Kentrup, die in der Nähe von Bremen die Wildnisschule Wildeshausen leitet. ...
„Die Kinder werden beweglicher“, sagt die Kulturpädagogin Monika Bezdek, die in Gauting, einem Vorort von München, Walderlebnistage für Schulen, Kindergärten und Familien veranstaltet. „Sie werden sozialer, weil sie zusammenhelfen müssen, und kreativer, weil sie aus nichts etwas machen.“ An diesem Julimorgen hat Bezdek ein paar Kinder und deren Eltern am Rand eines Laubwaldes um sich geschart, um eine Seilgarten zwischen den großen Bäumen zu knüpfen. Drei Knotentechniken, ein paar lange Seglerschoten, viel mehr braucht es nicht, um eine Abenteurparcours entstehen zu lassen, und die Kinder sind mit Feuereifer dabei. Sie schlingen und knoten die Seile, klettern, balancieren, inszenieren Rollenspiele und schnitzen zwischendrin ein paar Stöcke. „Die Natur“, sagt Bezdek, „bietet alles, was Kinder zur Entwicklung brauchen. Sie ist ein ideales Selbsterfahrungsfeld.“

„Balsamische Heilkraft der Natur“ nennt es Richard Louv und zitiert Studien, die belegen, dass Kinder mit mehr Naturnähe weniger zu Verhaltensstörungen, Ängsten und Depressionen neigen und sich auf einer Selbstwertskala höher einstufen.
Wenn Natur so wesentlich für unsere Kinder ist – warum halten wir sie dann so fern von ihr? Aus Angst, sagt Andreas Weber. Die Angst vor Verletzungen, vor Unfällen, dem Unwägbaren an sich leite Eltern an, „ihren Kindern das Leben bis zur Erfahrungstaubheit“ zu erleichtern, beklagt der Biologe, Philosoph und Vater zweier Kinder in seinem kürzlich erschienen Buch „Mehr Matsch!“ (Ullstein).
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Autorin: Barbara Esser

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