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Wo Kinder den Wald entdecken

Beim Seminar „Bäume und wir“ wird gezeigt, wie man die Natur schützt

Quelle:Kreis-Bote

von Patrizia Steipe
Wessobrunn- Vorsichtig tastet sich die vierjährige Filomena an einer Schnur entlang, die kreuz und quer von Baum zu Baum gespannt ist. Die Augen hat sie geschlossen. Es ist gar nicht leicht, den richtigen Weg zu finden. Mal ist der Untergrund moosig und weich, mal muss Filomena über einen Baumstamm klettern oder durch eine Wasserpfütze stapfen. Den Sinnespfad hat EKP- (Eltern-Kind-Programm) Gruppenleiterin Yvonne Schneider für die neun Kinder und sechs Mütter gespannt. „Fühlt mal wie rau die Rinde ist“, fordert Yvonne Schneider auf. Schließlich reißt die Schnur. Das Spiel ist vorbei. Danach geht es ans Sammeln: Tannenzapfen, Äste, bunte Blätter – alles kommt in die Körbe und Taschen. Zurück im Stillerhof werden die „Schätze“ anhand von Fachbüchern bestimmt.
Ein Wochenende lang standen Bäume im Mittelpunkt eines Eltern-Kind-Seminars im Stillerhof. „Bäume und wir“ hieß das Thema. Da wurden Bäume bestimmt und gebastelt, die Teilnehmer spielten Baum und lernten, wie man Wälder schützen kann.

Bäume und wir

Die gemalten Bäume werden an die Wand gehängt und bilden einen großen, bunten Wald.

pat/Foto: Steipe

„Was für ein Baum wollt ihr eigentlich sein?“, fragt die Gruppenleiterin später. „Ich, eine Eibe, weil die das härteste Holz hat“, sagt der fünfjährige Marinus. Die elfjährige Jessi bevorzugt eine Kokuspalme. Tannen, Kirschbäume, Kastanien, alle anderen Kinder wiegen sich im Wind, lassen sich von Regen (trommelnde Finger) begießen und von Sturm beugen. Danach malt jeder seinen Lieblingsbaum.

Das Eltern-Kind-Programm ist ein Verein aus Stockdorf, der regelmäßig Familien-Seminare für Teilnehmer aus der Region und München anbietet. Naturerfahrungen, gemeinsames Basteln, Singen und Werken stehen im Mittelpunkt. Die Themen orientieren sich an den Jahreszeiten. Neben den Gemeinschafts-Aktionen gibt es am Abend für die Eltern die Möglichkeit, in der Runde Erziehungsprobleme zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Ein Kampftanz mit Stöcken

Zwei Tage lang drehte sich alles rund um den Baum. Obwohl sich die Teilnehmer zum Großteil noch nicht kannten, wuchs die Gruppe erstaunlich schnell zusammen. Das ging natürlich nicht immer ohne Konflikte ab. Mal stritten die Kinder, wer das schönste Bild gemalt habe, mal wollte eines partout nicht mitmachen oder tobte außer Rand und Band. In der Mitte des Raumes steht eine Kerze, zu der Kinder und Erwachsene einen Weg aus Stöcken, Kastanien, Blättern und anderen Naturmaterialien legen. Leise Töne auf dem Metallofon erzeugen eine andächtige Stimmung. Vorsichtig schreitet einer nach dem anderen den Weg entlang, nimmt ein Blatt aus der Mitte und setzt sich wieder an seinen Platz. Danach werden Aromaöle mit Baumdüften ausgeteilt. Die Kinder kuscheln sich in Decken. Sie sollen eine Fußmassage von ihren Müttern bekommen. Alle liegen völlig entspannt im Raum, es ist andächtig still, selbst die wildesten Rabauken schließen ihre Augen, genießen den Duft, die Berührung und die Töne. Mit Stöcke-Schnitzen und Holzmobile-Basteln verbringt die Gruppe den letzten Vormittag. Nach der langen Konzentration werden die überschüssigen Kräfte in einem „Kampftanz“ mit den verzierten Stöcken wieder abgebaut. „Ma-ku-le-le, Ma-ku-le le“ feuern die Kinder die „Kämpfer“ an; die im Rhythmus der Worte ihre „Holzschwerter“ kreuzen. Tränen gibt es bei Laurin, dessen kunstvoll mit Wolle umwickeltes Holz bricht. Alles ist vergänglich.

 

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