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Süddeutsche Zeitung, Landkreis Starnberg, 02.07.2010, von Blanche Marmer

Hier schwimmt ein Karton

Beim Papierbootrennen auf dem Starnberger See sind die Materialien streng vorgegeben - teilnehmen dürfen auch Schulklassen und Großfamilien

Stockdorf - Die Verpackung eines großen amerikanischen Kühlschranks hat die Form vorgegeben: Die Längshälfte des riesigen Kartons dient als Gerüst für das Papierboot, das derzeit in der Mittagsbetreuung vom Eltern-Kind-Programm Stockdorf gebaut wird. Vor den Pfingstferien hat eine Schülergruppe mit dem Bau ihres Bootes begonnen, mit dem sie am 17. Juli, 12 Uhr, den Starnberger See bezwingen wollen. Nach dem großen Erfolg des Papierboot-Rennens bei den Oberbayerischen Jugend-Kulturtagen im vergangenen Jahr, ist im Rahmen der Starnberger Kulturtage das zweite Rennen geplant.
Teilnehmen dürfen Gruppen mit unterschiedlichem Hintergrund: Schulklassen, Jugendgruppen, Freunde, Bewohner einer Straße, Großfamilien. Klar, dass sich die EKP-Mittagsbetreuung beteiligt, hatte sie doch im vergangenen Jahr den zweiten Platz gemacht und einen Pokal errungen, der nun einen Ehrenplatz in den Räumen in der Alten Schule in Stockdorf hat. Und schließlich ist Petra Bezdek vom EKP eine der Initiatorinnen des Rennens. "Von unseren Ferienfreizeiten auf Spiekeroog kenne ich Papierbootrennen. Sie sind dort immer eine große Sache und so habe ich im vergangenen Jahr die Idee eingebracht", berichtet sie. Das Rennen wurde dann zu einem großen Renner!

Dass der Starnberger See mindestens so spannend ist für eine solche Spaß-Regatta wie die Nordsee, zeigte sich bei der ersten Veranstaltung. Pappe - je größer und dicker, desto besser - ist da Grundmaterial aus dem die Wasserfahrzeuge gebaut werden. "Und ganz viele Süddeutsche Zeitungen, Tapetenkleister, Pappröhren, Schnur und Farbe haben wir verbaut", erklärt die zehnjährige Elena, die eine der Eifrigsten bei der Arbeit ist. Sie strahlt große Begeisterung aus und hofft, dass sie als eine der Ruderinnen ausgelost wird. Es dürfe kein Holz verwendet werden, weder Tesa-Bänder noch Lack, nur Dispersionsfarbe, erläutert Dorothee Dittmar von der Mittagsbetreuung. Liest man die Bauanleitung, die von den Organisatoren der Kulturtage zusammengestellt wurde, merkt man, dass doch viel Know-how Vorraussetzung ist. "Das muss nicht sein. Es reicht auch ein Pappkarton", sagt Bezdek.

Die Wasserwacht ist ständig präsent, um Gestrandete aus dem Wasser zu fischen. Mehr als einmal kam sie im vergangenen Jahr zum Einsatz. Denn auch Pappboote, die zunächst stabil schienen, mussten aufgeben. "Wir sind ins Ziel gekommen und ich bin gerudert", erzählt die neunjährige Natascha. "Am Anfang hatte ich ganz schön Schiss, weil der Wind so stürmisch war, aber dann ging es gut." Sie hatte zuvor mit ihrer Mutter rudern geübt, und das hat sich schließlich ausgezahlt. Das Boot hat sich durch seine Technik und Ruderfähigkeit ausgezeichnet, sagt Bezdek. "Unser Boot war nicht das schönste, aber total gut, und es existiert immer noch", so Natascha. Beim ökumenischen Kirchentag war es in der Jakobskirche in Haidhausen Teil eines Isar-Donau-Projektes.Papierbootbau

Seit vergangenem Jahr hat die Stockdorfer Gruppe die Bautechnik noch verfeinert. Das Konstruktionsgeheimnis wird indes nicht verraten. Das Objekt sieht schon wie ein richtiges Boot aus, der weiße Rumpf ist etwa 2,50 bis drei Meter lang, etwa 0,80 Meter breit und soll knapp 0,30 Meter überm Wasser liegen. Es hat die Form eines Kajaks mit abgeschnittenem Heck und wird unter den Insignien der Fußball-Weltmeisterschaft fahren. Jetzt liegt es auf seiner Backbord-Seite, denn an der rechten Flanke werden gerade die französische und die niederländische Flagge aufgemalt. Zuvor waren die Fahnen aller 32Teilnehmerländer aus dem Atlas herausgesucht worden. Am Boden des Bootes wurden bereits die Fellmuster von Zebra und Giraffe verewigt, nun sollen die Seiten noch mit Zeichnungen von afrikanischen Tieren verschönert werden. Und schließlich wird ein Fußball den Bug schmücken.

Sobald das Boot gut durchgetrocknet ist, bekommt es einen Namen und wird "echt getauft". Zwar nicht mit Schampus, aber mit einem Beutel Smarties. Und wird angemeldet. Starten darf es indes erst, wenn es die "Fair-Shipping-Kontrolle" bestanden hat. Beim etwa 200 Meter langen Rennen an der Starnberger Seepromenade, von der Anlegestelle des MRSV Ruderclubs bis zum Undosa, werden alle Schüler der Stockdorfer Grundschule Daumen drücken.

 

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