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Herausragende Künstler

Ovationen beim Benefizkonzert in St. Pius

Pöcking • Bescheiden hatten sich die Künstler ins Kleingedruckte auf der Vorderseite des Programms zurückgezogen. Ums Eltern-Kind-Programm sollte es hier gehen, den Verein aus Stockdorf, der sein 20. Jubiläum feiert und zu dessen Gunsten das Benefizkonzert in der Pöckinger St. Pius Kirche gegeben wurde. Es kamen viele Zuhörer, aber eigentlich hätte die Kirche aus allen Nähten platzen müssen. Jedenfalls in Hinblick auf die dargebotene künstlerische Leistung, die eines jeden renommierten Kulturtempels würdig gewesen wäre. Kein Wunder, verbargen sich doch hinter dem Kleingedruckten zwei international renommierte Musiker von Rang und Namen. Die Sopranistin Susanne Bernhard hatte bereits als 23-jährige ein festes Engagement an der Oper Kiel und blickt nur sieben Jahre später auf eine umfangreiche Sammlung internationaler Erfolge. Nicht minder so der Orgelvirtuose Harald Feller, der bei zahlreichen Wettbewerben siegte und bereits 1983 als 32-jähriger eine Professur an der Musikhochschule München erhielt.
Doch die herausragende Fähigkeit der beiden Künstler ist wohl in deren Vielseitigkeit, stilistischer Wendigkeit und ausgeprägtem Gespür für den besonderen Reiz eines jeden Werkes zu sehen. Susanne Bernhard hielt denn auch stets einen zielsicheren Zugriff auf das jeweilige Genre parat, schaltete zwischen Oratoriengesang, Lied- und Opernfach um, als gäbe es nichts selbstverständlicheres. Nahezu euphorisch nutzte Harald Feller die Gunst der Stunde, besann sich als Meister der Improvisation seiner großen Erfindungsgabe und legte Bernhard eine sinnliche Klangmalerei zu Füßen. Zudem hatten die Künstler eine Werkauswahl betörender Schönheit getroffen. Feinstes Kolorit zwischen strahlender Leichtigkeit, satter Feierlichkeit, aber auch warmtoniger Lyrik fand sich bei Mozart in den vier Sätzen des Exsultate Jubilate. Von schier endloser Tragweite und schwebend entrückt bezauberten „Laudate dominum“ aus Mozarts Vesperate solennes wie César Francks „Panis angelicus“. Die innige Melodik schien in Bernhards Stimme keine Grenzen zu finden, zumal die Sopranistin mit einzigartiger Zartheit und wohltuender Plastizität zu berühren verstand. Und immer wieder überraschte Feller mit einer orchestral formenden Einfühlsamkeit im Begleitpart, aber auch in seinen zwei solistischen Einlagen. Bachs Sinfonia aus der Kantate 29 hatte das Konzert schlicht eröffnet, Francks Choral in a-Moll zog auf dem Höhepunkt alle Register der symphonischen Durchformung und packender Dramaturgie. Die Schönheit der Biblischen Lieder Dvoráks griff all die sorgsam gemischten Nuancen der üppigen Farbpalette auf, doch in maßvoller Zurückhaltung. Dann Verdis „Ave Maria“ aus Othello: Ein letztes Gebet, hilflos, verzweifelt, doch voller Gottvertrauen – von Feller in flimmernder Zartheit feinfühlig zur höchsten Ergriffenheit begleitet. Frenetische Ovationen.


Reinhard Palmer

Süddeutsche Zeitung 02.05.2007

 

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