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SZ-Adventskalender für Menschen in Not

Zwei auf einen Streich verdoppeln die Sorgen

Das Eltern-Kind-Programm hilft Zwillingsfamilien, mit Ängsten und Problemen umgehen zu lernen
Von Blanche Mamer
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Stockdorf • Als Gudrun Inverso vor neun Jahren mit ihren zweijährigen Zwillingsbuben in eine Spielgruppe des Eltern-Kind-Programmes in Stockdorf kam, konnte sie zum ersten Mal offen über ihre Probleme sprechen. Wie müde und überfordert sie sich fühlte, wie allein! „Sie hat uns auf die Lücke hingewiesen, nämlich dass Zwillingsfamilien mehr Unterstützung brauchen",Ursula Bezdek sagt EKP-Gründerin Ursula Bezdek. 349 Zwillingsfamilien, davon allein 80 aus dem Landkreis Starnberg werden mittlerweile vom EKP betreut. „Wir wissen jetzt um ihre Nöte, und müssen immer wieder feststellen, dass wir die Einzigen sind, an die sie sich wenden können", sagt die 81-jährige Pädagogin, die erst vor einem Jahr den Vereinsvorsitz abgegeben hat, aber immer noch unermüdlich mitarbeitet.

Seit acht Jahren leistet Gudrun Inverso nun intensive Zwillingsarbeit. Zuerst hat sie einen Stammtisch gegründet, der regelmäßig im griechischen Lokal „Syrtaki" in Gauting stattfindet. Zu diesen Treffen kommen auch schwangere Frauen von auswärts, die Zwillinge oder Mehrlinge erwarten, und hier über ihre Ängste und Nöte sprechen können. Inverso hat inzwischen eine GruppenleiterAusbildung gemacht, ist halbtags beim EKP beschäftigt, organisiert zweimal im Jahr einen Zwillingsbazar und bereitet das Wochenendseminar für Zwillingsfamilien vor.
Schon beim ersten Zwillingsstammtisch war ihre Freundin Larissa P. dabei, Mutter von drei Töchtern, die jüngsten davon Zwillinge. „Anfangs fand ich es ganz toll, dass ich Zwillinge hatte", erzählt sie. „Ich war so happy. Aber dann kam schnell die Ernüchterung." Eines der kleinen Mädchen war ein richtiges Schreikind, was das Leben in der Zwei Zimmer-Wohnung schwer belastete. Richtig schlimm wurde die Situation, als Larissa P. schon drei Monate später, obwohl sie noch stillte, erneut schwanger wurde. Einziger Lichtblick: der kleine Bub war von Geburt an ein ruhiges Kind, lief immer quasi nebenbei. Doch die Probleme wuchsen, die älteste Tochter fühlte sich zurückgesetzt, auch die mittleren Zwillinge wurden zunehmend schwieriger. Die Ehe scheiterte, der Vater verließ die Familie, ohne Unterhalt zu zahlen. Larissa P. musste wieder als kaufmännische Angestellte arbeiten.

Die Zwillinge kamen auf Anordnung des Jugendamtes in einen 30 Kilometer entfernten sozialpädagogischen Hort, werden also jeden Tag von der Schule abgeholt und kommen erst um 17.30 Uhr heim, was wiederum zu Schwierigkeiten im sozialen Umfeld führt, den Kontakt zu den Geschwistern oder den Schulkameraden auf ein Minimum reduziert. „Ohne den Austausch mit den anderen Zwillingsfamilien wäre ich sicher verzweifelt" meint Larissa P. Und ohne die Beratung beim EKP, wo man sich für sie Zeit nimmt. Ob sie das Geld für das Zwillingsseminar im Mai aufbringen kann, weiß sie nicht.

 

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