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Barfuß über den Fühlpfad

Eine Delegation aus Japan informiert sich über das Eltern-Kind-Projekt in Stockdorf

Quelle: Süddeutsche Zeitung von Blanche Mamer

STOCKDORF– „Seiko, seiko“, rief Tori Yaginuma ganz entzückt. Barfuß schritt er über den Fühlpfad vor der Alten Schule in Stockdorf, hüpfte über Tannenzapfen, balancierte auf Kastanien, erfühlte Kies, Sand, Blätter, Steine und Holzspäne mit seinen bloßen Fußsohlen. Als einziger hatte er Schuhe und Socken ausgezogen, um den Sinn dieses einzigartigen Weges, den das Stockdorfer Eltern-Kind-Programm (EKP) in Eigenarbeit angelegt hat, richtig zu erfahren.

Yaginuma gehört zu einer Delegation von 17 japanischen Lehrern und Beamten des Ministeriums für Erziehung, Wissenschaft, Sport und Kultur in Tokyo, die sich auf einer Studienreise quer durch Europa befindet. Sie wurden ausgeschickt, um sich über vorbildliche Einrichtungen in puncto Kultur und Erziehung zu informieren. Und dazu gehört nach Meinung des Kultusministeriums auch das Eltern-Kind-Projekt in Stockdorf und Buchendorf, beides Ortsteile von Gauting im Landskreis Starnberg. Vorher war die japanische Delegation bereits in Rom und Paris und hatte das Deutsche Museum in München besucht. „Schön, dass unser Ruf so weit reicht“, freute sich Ursula Bezdek, die Begründerin der Modelleinrichtung in Stockdorf.
Als 1972 das Eltern-Kind-Programm am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München entwickelt wurde, wollte die damals 51-jährige Pädagogin die wissenschaftlichen Grundlagen in die Praxis umsetzen. Ganz nach dem Motto, dass „durch die Elternbildung automatisch auch die Kinder gefördert werden“, entwickelte sie in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg ein Ausbildungsprogramm für Mütter und Väter, das sie befähigt, Eltern-Kind-Gruppen zu leiten. Zunächst werden sie betreut, dann bilden sie sich weiter indem sie bei gemeinsamen Freizeiten mitmachen.

 

Das Programm hat mittlerweile Modellcharakter und Ursula Bezdek wird zu Fortbildungsseminaren in die neuen Bundesländer und andere bayerische Landkreise eingeladen. Fantasie, Spielen, viel Bewegung und Naturerlebnis sind die Eckpfeiler des pädagogischen Konzepts. Das EKP Stockdorf hat seit 1987 regelmäßig Kleinkindgruppen in der ehemaligen „Alten Schule“ eingerichtet, bietet eine Nachmittagsbetreuung in einem Kinderpark an und hat im „Netz für Kinder“ jahrgangsübergreifende Kindergruppen geschaffen, in denen die Mitarbeit der Eltern Voraussetzung ist.
Die Besucher aus Japan durften gleich bei allem mitmachen. Sie sollten verschiedene Stoffsäckchen mit Samenkörnern ertasten, die Rutsche im zweistöckigen Kletterhaus ausprobieren, die selbstgekochte Kürbissuppe kosten und durften im Gegenzug das richtige Aufbrühen von grünem Tee erklären. Da schulische Erziehung in Japan völlig getrennt ist von sozialer Erziehung und auch die Natur immer mehr aus der Realität der Großstadtbewohner verschwindet, erkannten die Besucher schnell, dass sie den richtigen Ansprechpartner gefunden hatten. Sie legten ihre Kamerataschen ab, lockerten ihre Krawatten, zauberten Origami-Papier hervor und an den Kindertischen hockend, falteten sie Kraniche. Übrigens: Seiko ist die höchste Steigerung von gut und bedeutet mehr als super.

 

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