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I) Ablauf/Organisation:
An vier Tagen pro Woche, jeweils 5 Stunden täglich, wird eine Gruppe von
15 Kindern von 2 bis 12 Jahren, die keinen anderen Kindergarten oder
Hort besuchen, betreut. Unkostenbeitrag/Monat 66,50,- Euro plus Essen/Tag
1,80 Euro
Kinder ab vier Jahre können fünf Tage betreut werden, der
Unkostenbeitrag beträgt dann bis zu 80,- Euro.
Die Eltern werden aktiv in dieses Modell eingebunden. Sie übernehmen
Betreuungsaufgaben der Kindergruppe (je Kind zwei Betreuungsvormittage
im Monat), Essenseinkäufe und Essensbereitung, Verwaltungs- und sonstige
Organisationsaufgaben wie zum Beispiel Buchführung/Haushaltsplan oder Garten-
und Renovierungsarbeiten, wofür sie eine Aufwandsentschädigung erhalten.
In diesem Projekt können Eltern an der Entwicklung ihrer Kinder
teilhaben, ohne sie abrupt in fremde Hände geben zu müssen. So kann das
"Netz für Kinder" gleichzeitig zur Unterstützung und Stärkung der
Erziehungskraft der Familie beitragen.
Dieses Projekt soll auch Müttern die Chance bieten, langsam wieder in
ihre/eine Berufstätigkeit zurückzukehren.
Dieses Modell wird durch das pädagogische Institut ISKA, Nürnberg,
wissenschaftlich begleitet (vgl. Richtlinien und Informationsblatt des
Bayerischen Staatsministeriums).
Betreuungszeiten:
Von Montag mit Donnerstag jeweils 8.15 Uhr bis 13.15 Uhr (für Kinder ab
vier Jahren auch Freitag).
Folgender Zeitplan strukturiert in etwa den Tagesablauf:
9.00 bis 10.00 Begrüßung und Aktion oder Freispiel
10.00 Brotzeit (bitte selbst mitbringen!) mit Tee danach Freispiel oder
Aktion
ab 11.30 Vorbereitung des Mittagessens durch die jeweils anwesenden
Elternteile, evtl. mit Hilfe der älteren Kinder
12.00 - zirka 13.00 Mittagessen (Unkostenbeitrag 1,80 Euro) Anschließend
Tisch- und Spüldienst mit Hilfe der Kinder.
Danach gemeinsames Aufräumen und Ausklang.
Während des Freispiels der Kinder sollen die betreuenden Eltern das
Gruppengeschehen beobachten und diese Erfahrungen als Diskussionsgrundlage bei den
Teamsitzungen und anderen Elternabenden einbringen.
Ferienregelung:
Um auch in den Ferien eine Betreuung der Kinder zu gewährleisten, wird
ein Feriendienst eingerichtet, wobei mindestens fünf Kinder angemeldet sein müssen.
Teamsitzungen:
Das jeweils anwesende Team von 2 Elternteilen und der Erzieherin
bespricht morgens den Ablauf des Tages sowie später die Ereignisse
und Beobachtungen des Vormittags. Von 13.00 bis 13.45 wird gemeinsam aufgeräumt.
Zweimal im Monat findet ein für alle Eltern verpflichtender Elternabend statt.
Dieser Elternabend dient der Supervision, der Reflexion, dem
Erfahrungsaustausch der Eltern sowie der Planung und der allgemeinen
Information.
II) Methode/Inhalt:
Das "Netz für Kinder" in der "Alten Schule" in Buchendorf steht unter
der pädagogischen Leitung einer Dipl.-Sozialpädagogin oder Erzieherin, die gleichzeitig
die Qualifikation als Gruppenleiterin des EKP e.V. erworben hat.
Somit ist gewährleistet, dass nach der Methode des Eltern-Kind-Programm e.V. gearbeitet wird.
Diese Methode basiert auf einer kindzentrierten Elternbildung, wobei die
Zusammenarbeit und Interaktion zwischen Eltern und Kindern stets
Ausgangspunkt und Thema ist.
Die gemeinsamen Aktionen, die sich am Jahresablauf mit seinen Festen
orientieren und das Elterngespräch mit seinen Möglichkeiten zum
Erfahrungsaustausch sind wesentliche Bestandteile dieser Arbeit.
Ein bewusster Umgang mit der Natur, Sensibilisierung der Sinne, die
Förderung der Kinder durch freie Bewegung sowie soziales Lernen in einer
alters-, geschlechts- und sozialgemischten Gruppe bilden den Hintergrund
der Aktionen.
Spielzeug soll nur in geringem Umfang zur Verfügung stehen, dafür Natur-
und Recycling-Materialien, um großen Raum für kreatives Gestalten und
eigene Ideen zu geben und um die sozialen Kompetenzen der Kinder zu fördern.
Umsetzung:
Ein Thema (zum Beispiel Wasser, Feuer, Erde) soll die Gruppe zirka eine Woche
begleiten, wobei die Übergänge zum nächsten Thema fließend gestaltet
werden sollen (Altes aufgreifen – Überleitung zum Neuen).
Die Einführung in ein Thema kann zum Beispiel das Erzählen einer Geschichte
sein, aus der dann
bestimmte Elemente herausgeholt werden: es wird gemalt, gewerkt oder
vielleicht sogar gekocht.
Den Abschluss kann ein Rollenspiel bilden. In der Folgewoche kann
möglicherweise ein anderes Element aus derselben Geschichte aufgegriffen
und damit das neue Thema eingeleitet werden.
Motopädagogische sowie edukinestetische Elemente werden so oft wie
möglich in die jeweilige Aktion, passend zum Thema, eingebaut. Die
Einheiten können mit Sing- und Bewegungsspielen begleitet werden.
Einen wichtigen Schwerpunkt bildet das Freispiel, in dem die Kinder die
Möglichkeit haben, das jeweilige Thema aus- beziehungsweise weiterzuspielen und
dabei ihrer eigenen Phantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen
sowie eigene Bedürfnisse individuell auszuleben (zum Beispiel durch Malen,
Verkleiden usw.). Sie können aber einfach auch etwas völlig Anderes
spielen. ErzieherIn und Betreuer sind wohlwollende Beobachter.
Eine tägliche Einheit wird zwar in der Regel angeboten, ist aber kein
Muß für die Kinder und kann auch hin und wieder, je nach Situation und
Bedürfnissen der Kinder, ganz wegfallen beziehungsweise spontan abgewandelt werden.
Feste Regeln erleichtern den Tagesablauf und helfen bei der allgemeinen
Orientierung. Bisher wurden zum Beispiel erarbeitet:
- die Anfangsaktionen sollen nicht durch Kommen und Gehen gestört werden
- der Raum darf nur mit Hausschuhen betreten werden
- im Spielhaus darf nicht
gegessen werden
- alles, was in die Gruppe mitgebracht wird, steht allgemein
zur Verfügung
- die Eltern kümmern sich selbst um Vertretungen, wenn sie in
der Betreuung ausfallen
III) Einbindung der Eltern:
Die "Alte Schule" Buchendorf wurde mit den teilnehmenden Familien nach
unseren Anforderungen in mehreren Wochenendaktionen umgestaltet. Der
Spielhausausbau wurde von einer Architektin sowie einer Holzwerkstatt
fachlich beraten und unterstützt. Für nachträglich anfallende
Renovierungsarbeiten werden die jeweils teilnehmenden Eltern mit einbezogen.
Der kleine Garten wurde mit den Eltern unter fachlicher Anleitung zu
einem ökologischen Spielplatz mit Weidentipi und Weidentunnel
umgestaltet. Die Gartenarbeiten gehören zum Arbeitsbereich der Eltern
und können zum größten Teil mit den Kindern gemeinsam gemacht werden.
Zweimal im Monat findet ein für alle verpflichtender Elternabend statt.
Dieser Abend gilt der Supervision, der Reflexion, dem Info-Austausch und
der Planung. Die Themen des folgenden Monats werden vorgestellt und
beraten und sollen ggf. von den Eltern übernommen und vorbereitet werden.
Dieser Abend soll aber auch Raum für allgemeine Themen bieten (zum Beispiel
Fernsehverhalten von Kindern, Märchen für Kinder, usw. - in Absprache
mit dem EKP e.V. Stockdorf).
Einbindung in die Kinderbetreuung:
Die Betreuungsfunktion der Eltern ist nicht passiv, sondern ermöglicht
aktive Beteiligung an
Vorbereitung, Mitgestaltung und Ausarbeitung der Themen und Einheiten.
IV) Aufnahmekriterien:
Im Anmeldeantrag werden die Eltern gebeten, stichpunktartig
darzustellen, warum sie beim
"Netz für Kinder" mitmachen wollen.
Voraussetzung zur Teilnahme am "Netz für Kinder" ist die Mitgliedschaft
beim EKP e.V. Stockdorf und die vorherige Teilnahme an einer EKP-Gruppe
oder eines EKP-Seminars.
In Buchendorf lebende Familien haben bei der Auswahl Vorrang.
Geschwisterkinder werden bevorzugt aufgenommen, wenn die anderen
Kriterien erfüllt sind.
Das Alter und die Zusammensetzung der Kindergruppe sollte von 2jährigen
(= Mindestalter) bis hin zu 12jährigen Mädchen und Jungen gut
durchmischt sein.
Die Reihenfolge der Anmeldung spielt für die Aufnahme keine Rolle.
V) Kündigung:
Grundsätzlich gilt: Die Gruppe soll über einen möglichst langen Zeitraum
zusammenbleiben, um Kontinuität in der Kindergruppe und bei den
Elterndiensten zu gewährleisten. Daher gelten folgende Regelungen:
Der Vertrag kann von Seiten der Eltern nur zum 1. September und zum 1.
März, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von zwei Monaten, gekündigt
werden (das heißt bis zum 30 Juni für September und bis zum 31. Dezember für
März). Kinder die zur Schule abgehen, werden direkt nach der
Schulanmeldung bei uns gemeldet - die Abmeldung erfolgt dann automatisch
zum Ende des Kindergartenjahres. Die Kündigung zu einem anderen
Zeitpunkt, aus schwerwiegenden Gründen wie Tod, Umzug, sowie
grundlegende berufliche Veränderung der Eltern erfordert eine
Kündigungszeit von 2 Monaten.
Der Eltern-Kind-Programm e.V. kann für Kinder den Betreuungsvertrag in
Ausnahmefällen kündigen. Zuvor sind die Eltern des Kindes sowie alle
Eltern zu unterrichten und anzuhören. Insbesondere die Nichteinhaltung
wichtiger Absprachen und der Vertragsinhalte rechtfertigen eine Kündigung.
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