Leseprobe:
Einleitung
Die bewusste Vermittlung von Natur- und Sinneserfahrungen in Kindergruppen, Kindertagesstätten oder Eltern-Kind-Gruppen bekommt eine immer größere Bedeutung, da wir in der heutigen Zeit nicht mehr davon ausgehen können, daß Kinder diese grundlegenden Erfahrungen ganz selbstverständlich machen. Durch das Spielen in und mit der natürlichen Umwelt erleben Kinder die Lebendigkeit und Wandlungsfähigkeit der Natur, den Kreislauf von Werden und Vergehen, den Kreislauf des Wassers und die Wunder der Pflanzen und Tierwelt. Sie lernen das Staunen und sie erfahren wie viele Möglichkeiten uns das Leben bietet. Die Natur mit allen Sinnen erleben bedeutet auch Ehrfurcht vor der Schöpfung zu entwickeln. Die Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer sind die Grundlage des gesamten Lebens auf der Erde. Deswegen wollen wir uns mit ihnen besonders intensiv auseinandersetzen.
Eine Indianerweisheit lädt dazu ein:
Jeden Tag die Erde mit den Füßen berühren
am Feuer sich wärmen
ins Wasser fallen
und von Luft gestreichelt sein
Wissen - ein Tag ohne die vier
Schwester Wasser und Bruder Feuer,
Mutter Erde und Vater Himmel
ist ein verrotteter Tag
Ein Tag im Krieg,
den wir gegen alles führen.
Dorothée Sölle
S.13
Das Lagerfeuer
Früher haben alle Menschen, die unterwegs waren und im Freien übernachten mußten, am Abend ein Feuer angezündet, um sich daran zu wärmen und, um ihr Essen dort zuzubereiten.
Auch wir machen in unseren Seminaren oder mit den Gruppen oft ein Feuer, um die Kinder damit vertraut zu machen und die besondere Faszination des Feuers zu erleben.
Wichtig ist dabei, daß wir ein kindgerechtes kleines Feuer machen! Die Kinder können dabei lernen, wie man einen Platz für die Feuerstelle aussucht und herrichtet, wie man ein Feuer aufbaut und anzündet, und welche Gefahren im Feuer lauern.
Das Feuer fängt mit Funken an,
von Funken brennt ein Haus,
drum, wo ein Funke schaden kann,
löscht ihn beizeiten aus.
Volksgut
Die Feuerstelle
Wir suchen uns einen Platz, der steinig oder erdig ist, nicht unter Bäumen liegt und an dem wir außenherum sitzen oder tanzen können. Wir achten auch auf die Windverhältnisse! Bei starkem Wind können wir kein Feuer machen.
Ist die Feuerstelle auf einer Wiese, stechen wir das Gras an dieser Stelle mit circa 50 cm Durchmesser aus. Die Grasnarbe legen wir auf die Seite und setzen sie nach dem Feuer wieder in das Loch. Sie wächst wieder gut an, wenn wir sie gießen. Wir sammeln trockene Äste und Laub etc. im Umkreis der Feuerstelle auf, damit sich bei Funkenflug nichts entzünden kann. Wir legen einen Kreis aus Steinen um unsere Feuerstelle, um sie zu begrenzen und vor dem Wind zu schützen. Auf steinigem oder erdigem Boden können wir die Feuerstelle ohne Vorbereitung aufbauen.
Jetzt brauchen wir Holz!
S 96/97 |