Leseprobe
Die Wiesen werden grün und die ersten Blumen spitzen heraus. Überall kribbelts und krabbelts, es zwitschert und flattert. Manchmal stürmt und regnet es noch, aber oft lockt uns schon die Sonne aus dem Haus. Wir wollen die Erde erforschen, die Wiese und den Wald, die Tiere und Pflanzen erleben und uns mit all den vielen Wundern am Wege vertraut machen. Wenn wir alles kennen, werden wir uns zeitlebens dafür verantwortlich fühlen. ( S. 4)
Die Palmbuschen
Für den Palmsonntag hat man früher Palmbuschen gebunden und in der Kirche geweiht. Sie wurden in jedem Ort anders geschmückt. Man feierte damit den Einzug Jesu in Jerusalem. Mit riesigen Palmblättern haben die Menschen damals ihrer Freude Ausdruck gegeben. Da es bei uns keine Palmen gibt, nahm man das erste Blühende - die Kätzchen der Saalweide, die seitdem als Palmkätzchen bezeichnet werden. Viele Bräuche ranken sich um die Palmbuschen, man ließ sie in der Kirche weihen, trug sie um die Felder herum, steckte sie vor die Tür oder den Herrgottswinkel des Hauses, damit sie Krankheit und Blitz vom Haus abhielten. Selbst dem Vieh gab man einige Kätzchen davon zu fressen. Erst im Osterfeuer des darauf folgenden Jahres hat man sie verbrannt und die Asche wiederum auf die Felder gestreut. Wir sprechen über den Sinn dieses Brauches und wollen uns natürlich selbst Palmbuschen binden.
* Wir suchen uns einen langen Stock und binden oben immergrüne Zweige als Buschen an (Buchsbaum, Mahonie, Stechapfel, usw.). Die Kätzchen müssen wir ja leider meiden, weil sie gerade jetzt die erste Bienennahrung sind, aber im Wald finden wir auch andere schöne Sachen.
* Nun schmücken wir die Buschen mit bunten Papierbändern, groben Hobelspänen, Schafwolle und vielleicht auch mit ausgeblasenen Eiern.
* Dann machen wir unsere eigene Prozession. (S. 12) |