Leseprobe:
Immer in Bewegung
Bewegungsspiele fördern auf vielen Ebenen: Die Kinder entwickeln körperliche Geschicklichkeit und lernen ihre Kräfte einzuschätzen; sie helfen anderen und holen sich selbst Hilfe, spüren wie wichtig die Gemeinschaft, die Teamarbeit ist; sie bauen Vertrauen zu sich selbst und zu den Mitspielern auf; sie erfahen die Natur um sich herum mit allen Sinnen, betasten verschiedenste Strukturen, nehmen unterschiedliche Gerüche wahr, hören aufmerksam und sehen kleinste Details. Die natürlichen Gegebenheiten des Waldes nutzen wir zum Springen, Laufen, Balancieren, Krabbeln, Kriechen und Klettern. Verschiedene Geschicklichkeitsspiele können wir zu einem interessanten Hindernislauf kombinieren.
Jeder natürliche Bewegungsablauf hat auch für die seelische und geistige Entwicklung der Kinder eine Bedeutung. Wir sollten ihnen deshalb ausreichend Gelegenheit zu freier und angeleiteter Bewegung schaffen. Im Wald kann jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend üben. Die Erzieher können die Entwicklungsschritte beobachten und individuell fördern. Die Koordination von Auge, Ohr, Hand und Körper, die im Wald geschult wird, prägt das Wahrnehmungsvermögen und erweitert die Vernetzung im Gehirn. Die beiden Gehirnhälften werden zur Zusammenarbeit angeregt, Bewegung bringt das Gehirn in Schwung.
(S.13)
Baumwelten aus neuen Perspektiven
- Wir halten einen Taschenspiegel unter unsere Nasenspitze und schauen beim Gehen hinein.
- Wir legen uns auf den Boden und betrachten aus dieser Position die Baumkronen von unten. Besonders interessant ist das, wenn der Wind Wolken über den Himmel treibt.
- Wir halten den Taschenspiegel an unsere Stirn und sehen auf diese Weise nur den Boden.
- Wir lehen uns an einen Baumstamm und betrachten mit Hilfe des Spiegels seine Krone.
- Wir schauen mit dem Spiegel unter die Blätter der Büsche und Laubbäume.
(S. 75) |